„Gehen Sie ins Gym?“ – Theaterbesuch mit ehrlichem Echo 

Die 4., 5. und 6. Klassen erlebten kürzlich das Solo-Theaterstück „Le bal des animaux périphériques“ der österreichischen Schauspielerin Teresa König, die seit 15 Jahren in Nantes (Westfrankreich) lebt und arbeitet. 

Die Aufführung fand in unserem Festsaal in der Schule statt – und verwandelte diesen für einen Vormittag in eine kleine Theaterbühne. 

Die Idee zum Stück entstand während einer dreiwöchigen Wanderung rund um Nantes. Im Mittelpunkt stehen Tiere, die durch den Ausbau von Straßen ihren Lebensraum verlieren – ein Thema, das Teresa König auf kreative Weise auf die Bühne bringt. 

Allein auf der Bühne schlüpft sie in verschiedene Rollen und verbindet Schauspiel mit Gesang. Dabei liebt es Teresa König, Theater ohne „vierte Wand“ zu gestalten: Sie durchbricht bewusst die unsichtbare Trennung zwischen Bühne und Publikum, tritt direkt mit den Zuschauerinnen und Zuschauern in Kontakt und spricht sie aktiv an. Ursprünglich als Mitspieltheater für Kinder gedacht, traf die Aufführung bei unseren Schülerinnen und Schülern auf gemischte Reaktionen. 

Für viele war das Stück ungewohnt – stellenweise wirkte es auf die Schüler auch etwas befremdlich oder komisch. Dennoch gelang es Teresa König, die Aufmerksamkeit zu halten und Neugier zu wecken. 

Eine ehrliche Rückmeldung kam von Tara aus der 4A: 
„Ich habe gelacht, weil sie sich getraut hat das zu machen.“ 

Gerade dieses spontane Lachen zeigte, wie die Aufführung wahrgenommen wurde – irgendwo zwischen Staunen, Humor und Verwunderung. 

Im anschließenden Gespräch stellten die Schülerinnen und Schüler interessante Fragen – darunter auch eine, die besonders hängen blieb: „Gehen Sie ins Gym?“ 
Diese Frage kam nicht von ungefähr: Die Schauspielerin zeigte auf der Bühne großen körperlichen Einsatz, bewegte sich intensiv, wechselte dynamisch zwischen Rollen und setzte ihren Körper als zentrales Ausdrucksmittel ein. Für viele war das beeindruckend – und führte ganz direkt zu dieser überraschend alltäglichen, aber ehrlichen Frage. 

Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler auch mehr über das Leben als Künstlerin in Frankreich: Wer 43 Aufführungen pro Jahr spielt, erhält im darauffolgenden Jahr ein gesichertes Einkommen – vorausgesetzt, diese Zahl wird erneut erreicht. 

Besonders spannend war auch ihre persönliche Geschichte: Durch das Leben in Frankreich und das Sprechen der Sprache hat sie gelernt, offener zu werden. Eine neue Sprache eröffnet nicht nur berufliche Möglichkeiten, sondern stärkt auch das Selbstvertrauen und den Blick auf andere Kulturen. 

„Wenn es einen Ort gibt, an dem alles möglich ist, dann ist es das Theater.“ 
– Christophe Huysman 

„Kunst ist alles, was es dir ermöglicht, zu entfliehen.“ 
– Andy Warhol 

Ein Theaterbesuch, der vielleicht nicht alle gleichermaßen begeistert hat – aber auf jeden Fall zum Nachdenken, Nachfragen und Diskutieren angeregt hat.